Kontext
Der
Landes-Caritasverband Bayern e. V. führte diese
Qualifizierungsmaßnahmen insgesamt 13 mal im
Zeitraum von September 2005 bis Dezember 2007 an verschiedenen
Orten in Bayern mit jeweils einem Fortbildungsanbieter als
Kooperationspartner durch.
Die Maßnahmen wurden über den Europäischen
Sozialfonds
von der Europäischen Union sowie mit Landesmitteln des
Freistaates
Bayern gefördert.
Die Qualifizierungskurse wurden von der Katholischen
Stiftungsfachhochschule München wissenschaftlich begleitet.
Die
Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung wurden im Anschluss an das
Projekt in die bildungspolitische Diskussion für den
Bereich
der Pflegebildung eingebracht. Die veröffentlichten Ergebnisse
sind hier nachzulesen.
Die Ergebnisse der internen Auswertung der Wirksamkeit stehen bereits auf dieser Webseite zur Verfügung.
Zusammen mit der wissenschaftlichen Begleitung und dem
bildungspolitischen Diskurs ergaben die
Qualifizierungsmaßnahmen
das Gesamtprojekt mit dem Titel "Praxisbezogene Kompetenzentwicklung
und Qualitätsentwicklung in der Pflege".
Ziele
Für
die Teilnehmer/innen:
- Vermitteln
von Wissen über gesellschaftliche Veränderungen in
Verbindung
mit fachlichen
Anforderungen im Pflegebereich
- Erhöhtes
Verständnis für die Notwendigkeit,
Organisationsstrukturen an
Veränderungen
anzupassen, um als Unternehmen zukunftsfähig zu bleiben
- Aneignen
und Einüben von Kompetenzen in den Bereichen
Projektmanagement,
Qualitätsmanagement, Informations- und Wissensmanagement,
Moderations- und
Präsentationstechniken und Kommunikation am Beispiel eines
ausgewählten
Nationalen Expertenstandards
- Einüben
und Anwenden von Fertigkeiten und Fähigkeiten, um sich
wissenschaftliche
Erkenntnisse anzugeignen, diese innerhalb der Einrichtung zu vermitteln
und in
die Praxis umzusetzen
- Annehmen
des Prinzips des lebenslangen Lernens
- Verstärkte
persönliche Bereitschaft, sich weiterzubilden und sich aktiv
an
die
Veränderungen der Erwerbswelt anzupassen
Für
die
teilnehmenden Einrichtungen:
- Implementierung
bzw. Überprüfung und Optimierung eines
ausgewählten
Qualitätsstandards in der
Pflege-Praxis der eigenen Einrichtung
- Qualitätssicherung
und Qualitätssteigerung in der Einrichtung
- Zukunftssicherung
und Sicherung von Arbeitsplätzen
Zielgruppe
Die
Qualifizierungsmaßnahme war konzipiert für:
- Pflegefach- und
Führungskräfte
- Qualitätsbeauftragte
aus der Pflege
- Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, die mit der Implementierung von
Neuerungen beauftragt sind oder werden
- mit mindestens
2-jähriger Berufserfahrung
Aufbau
und Bausteine
Das
Projekt baute auf der
Grundannahme auf, dass die Teilnehmer/innen eigenverantwortliche
Menschen sind,
die ihre Erfahrungen einbringen und Lösungen mitentwickeln.
Ein
optimaler
Output im Sinne der Zielformulierungen wurde erwartet, wenn sich die
beteiligten
Unternehmen und die Teilnehmer/innen gegenseitig unterstützten
und
wenn eine
Synthese aus der individuellen Qualifizierung und der
Organisationsentwicklung
entstand.
In diesem Sinne
verfolgte
das Projekt die Strategie einer Kombination aus praxisgerechter
Qualifizierung
und einem Know-how-Zuwachs für die Unternehmen.
Die
Qualifizierung der
Teilnehmer/innen erfolgte durch praxisorientiertes Lernen am
Arbeitsplatz anhand
realer Projekte zur Qualitätssicherung und
Qualitätssteigerung in der
Pflegepraxis in Verbindung mit Schulungs- und Trainingseinheiten an
neun
Seminartagen. Die Schulungs- und Trainingseinheiten strukturierten die
Lernschritte im Verlauf der Planung, Umsetzung und Auswertung der
Praxisprojekte. Die Teilnehmer/innen dokumentierten während der
10-monatigen Maßnahmen
ihre Arbeitsschritte und hielten die Schlüsselsituationen des
Projektmanagements
fest. Ergänzt wurde das Lernen am Arbeitsplatz und im Seminar
im
Sinne des
"Blended Learning" durch individuelle Lernprozessbegleitung, einen
Praxisbesuch,
kollegiale Beratung und dieser virtuellen Lernplattform im Internet.
Am Ende einer
Qualifizierungsmaßnahme stand für die
Teilnehmer/innen ein Abschlusskolloquium, bei dem die
Durchführung
der
Praxisprojekte überprüft wurde und das erworbene
Wissen aus
den Seminaren, den
Beratungen und der Lernplattform abgefragt wurde. Bei bestandener
Prüfung
erhielten die Teilnehmer/innen ein Zertifikat. Das Zertifikat soll
ausdrücken,
dass die Inhaber/innen des Zertifikats im Rahmen der
Qualifizierungsmaßnahme
Kompetenzen erworben haben, die ihnen ermöglichen, ihre
Lernergebnisse in
anderen Projekten zu wiederholen, zu multiplizieren und somit
nachhaltig den
Pflege-Unternehmen zur Verfügung zu stellen.
Baustein:
Seminartage
An den Seminartagen wurden
Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse geschult und
trainiert,
die für die
Umsetzung aller Praxisprojekte relevant sind. Darüber hinaus
gehende spezielle
Fragen konnten die Teilnehmer/innen entweder mit den
Lernprozessbegleitern/innen
klären, im kollegialen Beratungsteam besprechen oder in der
Lernplattform
recherchieren. Die Seminartage dienten auch dazu, einen
Überblick
über die aktuelle Situation in den Praxisprojekten zu
erhalten,
Erfahrungen auszutauschen
und Schwierigkeiten zu besprechen. Hausaufgaben aus den Seminartagen
standen in
Verbindung mit den Praxisprojekten und trugen zur Erreichung von
Teilzielen
bei.
Es kamen
unterschiedliche Methoden, wie z.B. Rollenspiele, Gruppenarbeit,
theoretische
Inputs etc., und moderne Präsentationstechniken zum Einsatz.
Die
Seminartage wurden
vorwiegend in Blöcken abgehalten. Der erste Block bestand aus
dem Kick-Off-Tag und aus den Seminartagen 2 und 3 (3 Tage). Der zweite
Block bestand aus
den Seminartagen 4 bis 6 (3 Tage). Der dritte Block bestandaus den Seminartagen 7 und 8 (2 Tage).
Am Ende stand die
Abschlussprüfung mit einem Tag.
Baustein:
Dokumenation
Die
Teilnehmer/innen
dokumentierten die von ihnen durchgeführten Arbeitsschritte und
Schlüsselsituationen des Praxisprojektes. Die Dokumentation
eines/einer Teilnehmers/Teilnehmerin bildete zusammen mit dem
Abschlusskolloquium am Ende der Maßnahme die Grundlage
für
die Vergabe des Zertifikats.
Baustein:
Lernprozessbegleitung
In individuellen Reflexionsgesprächen per Telefon (ca. 1
Stunde/Monat pro TN) bewerteten der/die Teilnehmer/in und der/die
Lernprozessbegleiter/in den Lernertrag, überprüften
Teilprozesse, klärten Teilziele und besprachen
Schlüsselsituation sowie Hindernisse und Konflikte.
Nach Abschluss des zweiten Blocks suchten die Lernprozessbegleiter/innen
die Teilnehmer/innen für einen halben Tag in deren
Praxisumfeld
auf, um den Projektplan und seine Umsetzung mit den Bedingungen vor Ort
abzugleichen.
Baustein:
Kollegiale Beratung
Zu Beginn der Qualifizierungsmaßnahme wurden die
Teilnehmer/innen
in die Methode der kollegialen Beratung eingewiesen und Beratungsteams
zu je vier Personen wurden gebildet. Die Teams berietn sich im Verlauf
des Projektes zwischen den Seminarblöcken für jeweils
4
Stunden.
Baustein:
Virtuelle
Lernplattform
Verschiedene Angebote auf der virtuellen Lernplattform
unterstützten die Teilnehmer/innen in ihrem Lernprozess. Die
Lernplattform bot den Teilnehmern/innen Material zur Vor- und
Nachbereitung der Seminarthemen, Bausteine zu den Praxisprojekten,
Literaturhinweise, eine Linksammlung und andere hilfreiche Ressourcen.